1210Hallo zusammen, hab’ euch ja mal wieder ganz schön vernachlässigt, entschuldigt bitte. Doch bevor ich mich später mit den einzig wahren Hartchorpoppern Deutschlands und einer großartige Kapelle aus der Schweiz auf Krautobahn-Tour begebe, will ich mich noch einmal zu Wort melden.

Um ganz ehrlich zu sein, ich hab’ aufgehört zu zählen wieviele Jahre ich schon in einen meiner absoluten Lieblingsläden Stuttgarts gehe :nerd: Was ich hier schon alles erlebt und gehört habe, das geht auf keine Q-Haut. Doch ich musste wohl erste 35 Lenze hinter mich bringen, bis ich dahinter gekommen bin, wie der Laden seinen Namen erhalten hat.
Der Grund der für einen Fisch, wie ich einer bin, das Fahrrad aus den Schuppen fuhr, war natürlich, wie sollte es anders sein, ein Konzert. Das ich gar nicht mehr so wirklich auf dem wasserabweisenden Drahtgestell mit Stoff überzogenen Hilfmittel hatte, aber auf Grund diverser Gegebenheiten, kam es mir dann wieder in den Sinn und machte ich mich letzte Woche auf den Weg zu White Lung. Eine rotzige Krach produzierende Punkband mit Frontfrau, die mir durch die Ohren direkt in die Fresse hauen und mich damit wachrütteln würde, das war genau das was ich wollte und das Bestreben meines Besuches. Ja auch der Hauptgrund, warum ich zum einen bereit war mich bei absolutem Schmuddelwetter nochmal in die lauwarme Mainacht der Wutbürgermetropole zu begeben und überteuerte 17 €uronen an die mittlerweile recht dominante Audiomafia Stuttgarts zu berappen :puh: Doch leider entpuppte sich der Wunsch einmal mehr als Conchita im Schlafrock, wenn ihr versteht, denn ich wurde jäh enttäuscht  :uih:
Das Beste an dem ganzen Abend war die allererste Vorband, deren Namen ich leider momentan nicht parat habe, die ich aber nur jedem ans Herz legen kann, die müsst ihr einfach gesehen/-hört haben. Denn die haben, auch bei lediglich gefühlt fünf mitgerissenen Gästen, wovon zwei ihre Partnerinnen und mindestens einer ein treuer Freund gewesen sind, die Hütte gerockt und ihr Ding durchgezogen.

Zur zweiten Band fiel mir schon gar nichts mehr ein, musikalisch waren die sehr gut vor allem eine super Sängerin, aber geschmacklich äußerst fragwürdig. Und mir wollte auch einfach nicht  mehr einfallen wie man(n) einst dazu in der Rofa tanzte. Wie war das doch gleich? Die Hände auf dem Rücken verschränken und dann immer wieder zwei Schritte rein in den Kreis und zwei zurück, gepaart mit gefühlvollem Kopfschütteln, damit der Hals am nächsten Morgen in der Philosophie-Vorlesung nicht allzu sehr schmerzt *haha – Nunja, ich ließ es jedenfalls über mich ergehen/-klingen und war mit meinen Gedanken schon die ganze Zeit beim Hauptact, auf den ich so gespannt war und mich richtig freute, ein richtiges Brett, wie ich zu dem Zeitpunkt noch dachte.  :suspect:

Und dann kamen sie endlich, sogar recht früh, dass noch sehr viel Zeit für ein ordentliches Fest und ein geballte Ladung Krach ist und ich am nächsten Tag trotzdem wieder den CAD-Monkey mimen können würde. Und es ging brachial los, eine zweiminütige kraftvolle Dreiakkord-Hymne jagte die nächste. Ohne eine noch so kleine Verschnaufpause und einer zuckersüßen Drummerin, die im Bibliothekarinnenoutfit auftrat und sogar im gepunkteten Sommerkleidchen ihr Instrument das Fürchten lehrte *Respekt – Auch wenn ich wohl erzogen bin und es mir in der Regel nicht schwer fällt auch sehr verlockenden Damen in die Augen statt ins Dekolleté zu schauen, einer Frau mit Snare zwischen den Beinen in die Augen zu schauen, das ist nun wirklich eine Herausforderung :haha:
Ich geriet immer mehr in Wallung und gerade als ich in den Alltag von meinen Schultern schütteln und mich gehen lassen konnte und wollte, da sah ich schon den missmutigen Blick der Sängerin. Mit unmissverständlichen Gestiken gab sie ihrer Bandkollegin am Bass zu verstehen, dass für sie die Show quasi gelaufen sei. Zunächst schüttelte diese den Kopf, aber als sie ihre “Abgefucktheit” noch mit der Geste *bewegt ihr flache waagrecht gehaltene Hand vor dem Hals immer wieder von links nach rechts und zurück* mehr Ausdruck verlieh, war auch der übrigen Band der Ernst der Lage klar  :puh: So kam es, dass sich das, meines Erachtens nach wegen dem katasrophalen Sounds ganz und gar nicht erfreute, Fräulein Punkrockerin gerade noch zu zwei Zugaben, die im Punk-Business zusammen aus maximal zwei Minuten bestehen, hinreißen ließ. Danach verschwand sie sowohl sang- als auch klanglos, mit dem Mikro in der Hand, die Bühne und wurde auch in der Tat nicht mehr gesehen. Was für eine herbe Entäuschung, nicht nur für mich, sondern auch für das fachkundige übrige Publikum  :afraid: Das Konzert begann so gegen neun, dann gab es zwei Vorbands und nach dem Coitus Interuptus der Headliner hab’ ich mich auf den Weg nach Hause begeben, Zähnchen geputzt, Pippi gemacht und dann ab in die Falle. Wie spät war’s dann eigentlich? Ich erinnere mich noch daran, das ich auf die Uhr geschaut habe, weil es gefühlt draußen noch hätte hell sein müssen. Ach ja richtig, exakt zehn vor zwölf. Glücklicher Weise erlebt man solche Entäuschungen, zumindest auf Konzerten, nicht allzu häufig…

:love: eure holzma.de

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:cool:  :ohoh:  :love:  ;)  :haha:  :star:  :D  :puh:  :uih:  :oh:  :(  :suspect:  :afraid:  :evil:  :nerd: