ich bin euch noch ‘nen “kurzen” Nachtrag bezüglich des Wochenendes in HH “schuldig”, aber zunächst muss ich noch was viel Wichtigeres loswerden. Dies gilt im Speziellen für meinen Dad und für alle Menschen denen ich wichtig bin und generell gilt es auch für den Rest, bitte UNBEDINGT WEITERATMEN, ich werd’s auch tun und bin überzeugt davon, dass es sich lohnen wird, danke.
Doch nun zu meinem/unseren WE in Hambuarch, das letzte Woche stattgefunden hat. Grund dafür sich diese Zugfahrt und alles was dazu gehört anzutun, waren einmal mehr die Ärzte, die ein Sonderkonzert auf der Trabrennbahn gegeben haben. Doch meine, wie sonst auch übliche, phantasievolle/träumerische Wunschvorstellung, dass die drei in die Jahre Gekommenen tatsächlich und in alter “Richys Guitar”-Manier von ‘nem Pritschenwagen auf der Rennbahn stehend ihre einzigartigen Stücke zum Besten geben würden und man/Frau gar keine andere Wahl hat als ungezügelt dem Spektakel beizuwohnen, wurde leider einmal mehr durch die Realität zerstört. Kurzum, es ging an der Rennbahn vorbei auf ein separates Gelände, auf dem eine Bühne aufgebaut wurde und sich zunächst König Boris auf ungewohntes Sologlatteis bewegte. Nicht falsch verstehen, ich hab’ überhaupt nichts dagegen, dass der sympathische Hamburger momentan auf Solowegen wandelt, aber so toll ich sein Lied “Der König tanzt” auch finde, desto weniger gleicht das Songrepertoire einem Trab oder zumindest einem Galopp. Vielleicht tue ich ihm auch Unrecht und micht konnte an dem Abend einfach nichts Musikalisches erreichen, außer den die Ärzten. Meine Fresse, was hab’ ich schon alles mit dieser Band mitgemacht, diese Band hat mich schon in so vielen Phasen begleitet, mich getröstet wenn ich traurig war und zugleich aufgebaut, mit mir meine Freude geteilt, wenn es mir gut ging, mir Mut gemacht, wenn ich keine Hoffnung mehr hatte oder/und mich in Melancholie und anderen Gefühlen schwelgen lassen, wenn ich verliebt war etc.
Das Konzert war jedenfalls toll, aber ich habe Konzerte, die mich deutlich mehr bewegt und erreicht haben, erlebt und die bedeuten mir somit sehr viel mehr. Vielleicht liegt’s auch daran, dass mir der Gedanke, dass der werte Jason Statham gerade mal wieder sein Herz in Gang bringt auf der Trabrennbahn, einfach nicht aus dem Kopf wich :haha:
Danach ging’s dann endlich auf den Kiez und bis ca. zwei Uhr war ich der Meinung, dass ich das beste an dem Abend bereits erlebt hätte, doch als eine Barmieze (Ladyboy) einer Thaikaraoke-Bar in der Nähe der Herbertstraße gefühlte 20 Minuten hinter ihrem/seinem Tresen versuchte die Flasche mit der Aufschrift “Cuba Libre” zu finden, sollte ich eines Besseren bele(e)hrt werden :afraid: Nach diesem Großereignis der Situationskomik konnte es wirklich nur noch schwer getoppt werden Doch ein Besuch im Clochard, wo wir Zeugen eines astreinen Hartz IV-TV Dialogs geworden sind und mir danach beim Nageln eine wildfremde Qualle sein Hopfenkaltgetränk über meine Schuhe ergoss, sollten mich abermals Lügen strafen. Zunächst zur Bikercrew auf der Terrasse. Vom Plot ging es darum, dass Jim, der vermutlich eher Hans-Peter hieß, seiner in die Jahre gekommenen Prachtstute Uschi, die in seinem Rausch mit Sicherheit einem flotten Cheerleader-Teen glich, gern ein Getränk ausgeben wollte. Seine Wahl ist dabei fataler Weise auf Pfeffi gefallen, ein giftgrünes alkoholisches Getränk, das in mir viele Erinnerungen an Berlin auslöst. Als ihr 1,65m großes Biker-Beast damit zurückkam, war seine Holde absolut erbost und zutiefst erschüttert. Auch nach mehrfachem Einreden auf sie, weigerte sie sich vehement dagegen dieses Geschenk anzunehmen. Neben den zahlreichen berechtigten Argumenten, blieb mir ein Satz ganz besonders im Gedächtnis “Neee, ich sauf’ das Zeuch nich. Wegen mir könnt ihr mich hier alle bügeln, aber ich sauf’ keinen Pfeffi” – Zitatende – Wat sollste denn dazu sagen, die Dame scheint, insofern sie solch ein großes Laster auf sich und somit ihren abgehalfterten Körper nimmt, ihrer Sache tatsächlich sicher zu sein und eine ganz klare Aversion gegen Pfeffi zu haben, das muss man(n) respektieren :D
Die letzte Station ist das Schanzenviertel-Fest gewesen, wobei ich erwähnen muss/möchte, dass zu dem Zeitpunkt, als wir den Siedepunkt Hamburger Vandalismus gegen drei Uhr erreicht haben, schon alles vorbei war, zumindest waren die Randalierer nicht mehr zu sehen. Schließlich hatte Pauli ein Auswärtsspiel, bei dem sie 2:0 von COTTBUS aufs Maul bekommen haben. Ich könnte jetzt ‘ne Menge zu den Geschehnissen erzählen, aber erstens wäre das nur ein subjektiver Eindruck und zweitens bringt es die folgende geschehene Situation 1000 Mal treffender auf den Punkt. Als wir rumstanden, genüsslich unser Bierchen tranken und ich mir ein lustiges Spielchen mit einem der sechs aufgefahrenen Wasserwerfern liefert, der immer wieder der Meinung war sowohl mit seiner Spritzpischtole als auch mit seinem Scheinwerfer mich verfolgen zu müssen, kam endlich auch mal ein Vertreter der gegnerischen Mannschaft auf uns zu und versuchte uns mit seinen stichhaltigen und wutentbrannten Argumenten davon zu überzeugen, dass wir uns wehren sollten. Dies tat er lautstark mit den Worten “Ey, wir müssen Widerstand leisten!!!” – Worauf wir fragten “Aha okay, gegen was und vor allem wofür denn bitte?” – Seine letzten mit uns gesprochenen Worte “Scheiß Hippies, mit euch red’ ich nicht mehr…” – Leistet Widerstand, aber bitte unbedingt nur dann, wenn ihr auch wisst für was, in dem Sinne.

:love: eure holzma.de

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