Morgen alle zusammen, für gewöhnlich nutze ich meinen Blog ja, um die Scharen an Freunden, Fans und Followern auf dem Laufenden zu halten, aber ab und an, muss ich auch mal etwas ernstere Töne anschlagen.

Was geht da draußen eigentlich “gerade” ab? Damit meine ich jetzt nicht Corona, das unser Leben komplett auf den Kopf gestellt hat, sondern diese ganzen Minderbemittelten (nicht monitärer Natur), die komplett am Rad drehen und den Rassismus wieder “aufleben” lassen. Um ehrlich zu sein, ist er vermutlich dauerhaft allgegenwärtig und ist nie weg gewesen, aber im Moment erscheint er mir (wieder) exterm präsent, schon nahezu gesellschaftsfähig. Ich hab’ gestern schon einen kurzen Beitrag dazu auf Facebook gepostet, aber nachdem ich heute ein Bild gesehen habe, auf dem, nur wenige Tage später, erneut ein Schwarzer (ich schreib’ jetzt ganz bewusst nicht Afro…, weil ich erstens keine Ahnung habe wo der Mann herkommt und zweitens es für mich einfach ein Mensch, der aber leider, vermutlich auf Grund seiner Hautfarbe, gedemütigt und brutal behandelt wird, ist), diesmal in Paris, auf dem Boden liegt und in seinem Nacken ein “Ordnungshüter” dessen Knie reinrammt, platzt mir echt der Kragen, keine Sorge nur metaphorisch. Aber ganz im Ernst, ich dachte echt wir sind weiter und selbst ich, als nach wie vor überzeugter Punk (zumindest in meiner Definition), wehre mich dagegen Plattitüden wie “all cops are bastards” in die Welt zu posaunen, denn es gibt auch andere. Es gibt wirklich genügend Polizisten, die tagtäglich wirklich einen großartigen Job da draußen machen, teilweise sind sie schlichtweg überfordert und dann ist es einfach auch einer der undankbarsten Berufe, schlichtweg Kanonenfutter des Staats, die “Exekutive der Bonzen” oder einfach nur Handlanger. Gerade für die, tut es mir wirklich leid, dass immer wieder Vollidioten ein derart schlechtes Licht auf deren Berufsbild werfen, denn sie haben es nicht verdient. Es ist jedoch auch Fakt, und das werden die meisten nicht mal abstreiten, dass es etliche schwarze Schafe gibt, welche die es verdient haben als “Bullen” beschimpft zu werden und die sich deren Verantwortung als Vorbildfunktion einfach nicht bewusst sind, oder/und darauf scheißen diese zu verkörpern, die gibt es eben auch. Und von diesen Arschlöchern spreche ich, sadistische unausgeglichene Menschen, denen einer abgeht, wenn sie deren Position und die damit verbundene Macht ausspielen/-kosten können, die auf Gewalt stehen, die eine Demo als Ventil sehen, um sich mal wieder abzureagieren und das auf Kosten anderer. Rassistische Kleingeister, die eigentlich schon allein wegen deren Gedanken ebenso eingebuchtet gehören, die damit prahlen, wie sie Junkies von Bänken treten und bei Demos die “temporären Handschellen”, in Form von Kabelbindern extra eng zusammenziehen, so nach dem Motto “dem Gesetzesbrecher zeig’ ich es jetzt mal”, mit mir macht er/sie das nicht, warum soll ich mir denn dem seine oder der ihre Argumente anhören, mich fragt doch auch keiner nach meiner Meinung. Und natürlich habe ich einen Eid auf das Grundgesetz geschworen, aber privat wähle ich eben die Partei, die mir zusagt, ob sie dabei Grundgesetze mit den Füßen tritt oder nicht, ist mir völlig Wumpe. Die gibt es eben auch.

Und abhängig von den Polizisten, ich hab’ übrigens damals mein Berufspraktikum bei der Polizei gemacht und das als Punk, mit zwar schon größtenteils rausgewaschenen pinken Haaren, aber eben auch damals schon für die “andere Seite” offen. Dabei wurde ich von dem durchaus authoritären Herrn Oberkommisar gefragt, warum ausgerechnet ich zu dem “Verein” käme, um reinzuschnuppern, woraufhin meine Antwort lautet, weil ich Vorurteile abbauen möchte. Da ihm diese Antwort sehr plausibel und ehrlich vorkam, behandelte er mich ab dem Tag sehr respektvoll und wir wurden schon beinahe Freunde. ;) Was ich damit sagen will, ich bin NICHT prinzipiell GEGEN DAS SYSTEM und seine “Schergen”.

Wogegen ich aber bin, das sind zwei Dinge. Das eine sind Menschen, die in deren Überheblichkeit andere Menschen, meistens auf Grund von deren Hautfarbe, gesellschaftlichen Stellung, sexuellen Orientierung, Geschlecht, Alter, Herkunft oder/und anderen nicht nachvollziehbaren Dingen, schlecht behandeln, diskriminieren oder gar gegenüber gewaltätig werden/sind. Und Menschen, die sich die ganze Zeit beschweren, aber nichts dagegen unternehmen, dass sich irgendwas ändert. Gerade in puncto Rassismus, ist doch, nicht nur in Deutschland, schon soooo viel passiert und Leid widerfahren, was uns einfach schlauer sein, oder zumindest werden, lassen müsste.

Wofür haben Personen wie Rosa Parks, Martin Luther King, Malcom X, Muhammad Ali, die Black Panther und wie sie alle heißen gekämpft, sich aufgeopfert und gebetsmühlenartig immer wiederholt warum dieser Kampf so wichtig ist, weil sie keine Menschen “zweiter Klasse” sind, wenn wir das alles einfach nur so hinnehmen. Das Mindeste, was wir nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart und hoffentlich auch der Zukunft gegenüber schuldig sind, das ist, NICHT die Klappe zu halten, auch wenn es manchmal unbequem sein mag, sich stark zu machen gegen rechts, Solidarität zu zeigen und “einfach” BUNT und LAUT zu sein.

In diesem Sinne, bitte keinen Millimeter nach rechts, das sind wir schon allein den zahlreichen und völlig unnötigen Opfern schuldig, danke. Und falls ihr Unterstützung benötigt, ich bin da!

One thought on “Vergesst mal die Schwurbler…

  1. Moin,
    mal von ACAB und RECHTS abgesehen frage ich mich immer öfter warum sich der Mensch nicht eher leise im Alltäglichen für etwas statt sporadisch LAUT gegen etwas einsetzt.

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