einige Tage sind mittlerweile ins Land gezogen und so ganz realisiert habe ich das nach wie vor nicht, dass ich jetzt wirklich und ENDLICH stolzer Papa der zauberhaften Matilda Pauline sein darf, die sich zwei Wochen früher als erwartet auf den Weg gemacht hat. <3

Auch, oder gerade weil das alles noch nicht so richtig durchgesickert ist, muss ich mir jetzt einfach mal ein paar Gedanken von der Seele schreiben. Ich hoffe ihr seht mir das nach.

Doch bevor ich damit beginne, möchte ich mich bei unseren großartigen und selbstlosen Freunden und der Familie bedanken, die mir/uns in den letzten Tagen und Wochen unbeschreiblich liebevoll und tatkräftig zur Seite standen/stehen, vielen Dank. Dank euerer Hilfe, den ganzen Gesprächen, der Ablenkung und nicht zuletzt eurer schlichten Anwesenheit, fällt das Ganze nicht nur leichter, sondern macht einfach noch viel mehr Sinn und lässt sich kompromisslos und von Herzen genießen.

Zurück zur „Septembergeschichte“, unserem Spätsommer-Märchen. Das zu schön um wahr zu sein scheint, doch glücklicher Weise muss mich niemand kneifen, ich darf das Töchterle so oft im Arm halten, mich ihr widmen und Zeit mit ihr verbringen darf. Angefangen hat das alles mit einem Anruf, als ich noch friedlich im Hotelzimmer in Hannover schlummerte, weil ich ja davon ausgegangen bin, dass ich abends wieder daheim bin, das meine vorerst letzte Geschäftsreise sei und ich mich dann voll dem „Ende der Familienplanung“ widmen könne, doch weit gefehlt. Auf dem Wege, nochmal danke an mich selbst, dass ich mich nicht doch noch mit dem Kollegen an die Hotelbar gesetzt habe. Da ich um nichts auf der Welt diesen Moment verpassen und eigentlich auch meiner Frau in diesen Stunden tatkräftig zur Seite stehen wollte, habe ich, nach dem besagten Anruf, natürlich alles stehen und liegen lassen und mich direkt aus Niedersachsen auf den Weg in den Kessel gemacht.

Ich behalt‘ jetzt mal für mich wie schnell ich dabei gefahren bin. Aber ich sag‘ mal so, insofern mich noch „ein Knöllchen“ ereilen sollte, würde ich mich weder wundern noch beschweren, denn das war’s wert. Jedenfalls bin ich heil angekommen und da sowohl das Katharinen- als auch Marienhospital belegt waren, ging es zu meiner ehemaligen Geburtsstätte, dem Robert-Bosch-Krankenhaus. Unser Mädel ist also Cannstatterin, was mich sehr freut und zu dem Zeitpunkt wusste ich ja auch noch nichts von dem bevorstehenden 40-Stunden-Marathon, sonst hätte ich ggf. vorher noch meinen Geist und meinen Astra-Körper auf Vordermann gebracht.

Was da alles abgegangen ist, wie hilflos ich mich, teilweise stundenlang, gefühlt habe, wie sehr ich Angst, um Frau und natürlich auch Kind hatte, wie stolz ich auf meine tapfere Frau (gewesen) bin und welcher Endorphinschub mich/uns überkommen hat, als wir das winzige Neugeborene ENDLICH in unseren Armen hielten, darüber allein könnte ich ein ganzes Buch verfassen und das sprengt schlichtweg jeden Rahmen, weshalb ich euch diese unmenschliche Reizüberflutung, gepaart mit meinen Prosaausschweifungen, auch einfach schenken möchte und werde. Nur soviel, für mich gibt es ohnehin keinen schlimmeren Schmerz als jemand anderes leiden zu sehen, ohne irgendwas dagegen unternehmen zu können, meinen psychischen und physischen Beistand mal ausgenommen.

Vielmehr möchte ich mich mit dem Beitrag auf das aktuelle Vatersein, das nicht minder viele herausfordernde Facetten mit sich bringt, konzentrieren. Wobei da mit Konzentration nicht mehr viel ist, denn du wirst eigentlich nur von einer Emotion in die nächste gedroschen, die Frauen wohl noch mehr als die Männer, es leben die Hormone. Zum einen ist es natürlich das Größte Glück, wenn du deine eigene Tochter in den Armen hältst, sie liebkost oder/und dir ihr Anlitz einen unbeschreiblichen Motivationsschub schenkt. Vong Sweetness-Faktor her, reicht das wohl an frittierte Snicker-Riegel, die halte ich für passend, schon allein wegen dem Slogan „wenn’s mal wieder länger dauert, der Riegel allein reicht aber nicht, das Ganze mit regenbogenfarbenen Zuckerperlen garniert und in süßen Bläterteig eingebacken, der vorher in Schokoladenpudding gewendet wurde. Nur so grob mal beschrieben. ;)

Aber dann eben auch diese erneute Hilflosigkeit, irgendwas beim „Elternsein“ falsch zu machen. Diese riesige Verantwortung, der du eigentlich gar nicht gerecht werden kannst, weil es einfach so vieles zu beachten gilt, wenn du die Sache gut machen willst, was deinem absoluten Mindestanspruch entsprechen sollte, wenn du dich dafür entschieden hast ein Kind, oder gar mehrere Kinder, in die Welt zu setzen. *IMAO

In solchen Momenten kommt mir zwar meine Erziehung und die durchweg positive Grundeinstellung entgegen, aber abnehmen kann dir das alles das nicht. Ganz im Gegenteil, da musst du/müsst ihr jetzt ganz allein durch. Da helfen auch keine pseudo-intelektuellen Erziehungsratgeber, Schwangerschaftsvorbereitungskurse oder/und Internettutorials weiter, auch keine klugen Ratschläge von Freunden, Familie oder Partnern, it’s your turn und das ist auch gut so. Alles was du machst, hat (jetzt) Konsequenzen und zwar nicht mehr allein für dein Leben, sondern eben auch ggf. für deinen Nachwuchs.

Das klingt jetzt vermutlich unglaublich rational, altklug, bedrohlich oder gar pessimistisch, aber so ist es gar nicht gemeint. Mir wird „nur“ einfach klar, dass ich spätestens jetzt erwachsen bin, wurde ja auch Zeit. ;) Aber dank meiner Erziehung und der bereits erwähnte Grundeinstellung, bin ich „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt und sonst gar nichts..“ #Hildegard

Kurzum, da ist ein neues Leben in mein/unser Leben getreten und ich werde alles tun, um dem gerecht werden zu können. Nicht weil die Gesellschaft, Freunde oder gar die Familie das erwarten, sondern weil ich das aus freien Stücken so wünsche und das mein/unser Anspruch bzw. Wunsch ist. Ich werde immer für dich da sein und da du schon die Löwenmutter an deiner Seite hast, kleine Motte, übernehme ich den Part des ruhenden Fels in der Brandung, den Spaßvogel und nicht zuletzt den selbst Kind gebliebenen und liebenden Papabär.

Jetzt noch kurz zum eigentlichen Thema, Emanzipation. Alle die mich kennen, die wissen, dass ich durch und durch für Emanzipation bin, im Krankenhaus war ich der Erste, der beim Wickeln hier geschrien hat, die Hebamme wollte mich direkt in deren Gruppe aufnehmen, weil ich mich angeblich so gut angestellt, aufmerksam zugehört und vieles auch komplett ohne Erklärung verstanden habe, einfach instinktiv. Aber manchmal verfällt man dann doch in die „ursprüngliche Rollenverteilung“ und bekommt das auch klar so gesagt. Zum Beispiel, wenn der Frau völlig zu Recht Bettruhe angeordnet wird und man(n) als Jäger und Sammler losgeschickt wird, um die nötigsten Dinge zu besorgen und zurück zum Nest zu fliegen…

Das mache ich gern und von Herzen und ich bin einfach „nur“ so unsagbar glücklich, dankbar und verliebt in unsere kleine Schildkröte. Das wollte ich unbedingt gesagt haben und das ist hiermit auch dokumentiert. Die Lütte folgt zudem, und darauf bin ich besonder stolz, dem Anspruch BUNT und LAUT!!! zu sein, das machst du genau richtig – Raise your voice und Frauenpower 4 EVER, des Potenzial und die Gene hasch auf jeden Fall!

In dem Sinne,
eure holzma.de

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